Wie liest sich Mathematik?

In unserer Bibliothek verfügen wir auch über eine kleine Sammlung populärwissenschaftlicher und einführender Literatur zu den Fächern, die am Institut erforscht werden - das sogenannte "Schülerregal".

Diese Bücher stehen nicht nur den Wissenschaftlern, sondern auch den Mitarbeitern zur Verfügung. Besonders unsere Auszubildenden sind angehalten, diesen Bestand zu nutzen, um einen Einblick in die Vielfalt der Mathematik und der Naturwissenschaften zu gewinnen.

Zu einigen der Titel haben unsere Auszubildenden Rezensionen verfasst. Vielleicht können diese Texte sie neugierig machen auf die besprochenen Bücher oder die Naturwissenschaften allgemein.


Adams, Colin:

Why Knot? :  an introduction to the mathematical theory of knots / Colin Adams. –Emeryville, CA. : Key College Publishing, 2004. – v, 62 S.
ISBN 1-931914-22-2

Rezension

Wie der Titel schon sagt, geht es um Knoten.  Es wird erklärt, welche Knotenarten es gibt und wozu sie gut sind. Das Buch ist sehr schön in Comic-Form gestaltet. Mir hat es gut gefallen, weil ich durch viele Beispiele, die gegeben waren, fast alles verstanden habe. Mir gefiel auch, dass es viele Formeln zur Berechnung gab.  Ich finde, dass  das Buch für Leute geeignet ist, die etwas jünger sind, wie ich. Man konnte die Knoten auch mit einem beigelegten Knotenspiel selber nachmachen. In diesen 60 Seiten wurde alles erklärt, was man über dieses Thema wissen muss.

(von Yelda Ay)


 

Aigner, Martin:

Das BUCH der Beweise / Martin Aigner und Günter M. Ziegler. – Berlin [u.a.] : Springer, 2002
ISBN 3-540-42535-7

Rezension

Gott hat ein BUCH. Dort werden nur die gelungensten und elegantesten aller mathematischen Beweise aufgeführt. Den Menschen enthält er dieses Wissen vor, nur Mathematiker haben aus eigener Kraft die Möglichkeit, ab und an einen Blick zu wagen.
So zumindest die Meinung des genialen Mathematikers Paul Erdős.
Die Berliner Professoren Martin Aigner und Günter M. Ziegler haben in Zusammenarbeit mit Erdős einige Vorschläge an besonders schönen Beweisen gesammelt. Die Bereiche Zahlentheorie, Geometrie, Analysis sowie Kombinatorik und Graphentheorie wurden dabei abgeschritten. Die Lektüre bietet einen Überblick über verschiedene historische Momente der Mathematik. Dabei trifft man auf über 40 Namen von Mathematikern, bekanntere wie David Hilbert und etliche weniger populäre.
Das Buch hat das Anliegen mit den aufgeführten Beweisen mehr Freude als Mühe zu bereiten und geht nicht über die Kenntnisse des Grundstudiums hinaus.  

(von Hannes Vogel)


 

Beutelspacher, Albrecht:

Einmal sechs Richtige und andere Mathe-Wunder / Albrecht Beutelspacher. – München [u.a.] : Piper, 2007. – 255 S. : zahlr. Ill.
ISBN 978-3-492-05036-4
ISBN 3-492-05036-0

Rezension

In 66 knappen Kapiteln erhält der Leser einen interessanten und unterhaltsamen Einblick in die Anwendungen der Mathematik wie wir sie täglich um uns herum erleben können. Für den einen gibt es kleine Matherätsel, die auf einfache Weise gelöst werden können, für die Schüler unter den Lesern werden Rechentricks gezeigt, mit denen man bei seinem Mathelehrer punkten kann, und andere erfahren etwas über die Ökonomie der Bienenwabe, Schlösser und Orgelpfeifen und dem „Pi im Biergarten“.

Dieses Buch enthält ausgewählte Artikel von Beutelspachers bild der wissenschaft Kolumne aus dem Zeitraum Oktober 2000 bis Oktober 2006.

(von Diana Grüger)


Brater, Jürgen:

Kuriose Welt in Zahlen  / Jürgen Brater. - München [u.a.] : Piper, 2007. - 169 S. : Ill.
ISBN 978-3-492-24780-1

Rezension

Verblüffendes, Kurioses und Unterhaltsames über die Welt in Zahlen. Dieser Satz hat mich neugierig gemacht, dieses Buch zu lesen. Keineswegs unnötiges Wissen wie ich finde, da es zum Angeben bestens geeignet ist.
Jürgen Brater der Autor des Buches vermittelt in diesem Buch jede Menge Wissen. Oder wusstet Ihr, dass ein Mensch in einer Raumstation bis zu 4 Zentimeter größer wird? Das ein Blitz 6 Mal heißer ist als die Sonne oder wer hätte gedacht, dass wir nur fünf Geschmacksrichtungen unterscheiden können. Aber was mich am meisten schockiert hat, dass eine gewöhnliche Stubenfliege bis zu 30 verschiedene Krankheiten übertragen kann! Und wenn Ihr mehr erfahren wollt, lest das Buch.

(von Sabrina Handge)


 

Bryson, Bill:

Eine kurze Geschichte von fast allem / Bill Bryson. - 13. Aufl. - München : Goldmann, 2004. - 670 S.
ISBN 3-442-31002-4

Rezension

Brysons 2005 erschienener populärwissenschaftlicher Roman "Eine kurze Geschichte von fast allem" ist eine perfekte Mischung aus Geschichte und Wissenschaft mit einem Schuss Humor. In ca. 600 Seiten wird dem Leser in einer sehr verständlichen Sprache die Welt und ihre Entstehungsgeschichte erklärt. Es werden Themen aus der Physik, Astronomie, Biologie, Chemie, Geologie, Paläontologie und Anthropologie angesprochen und in einer einfachen aber Interesse weckenden Art und Weise ausgeführt, dass es Lust auf mehr macht.

Sehr unterhaltsam sind auch die Einblicke in das Leben von Menschen, die die Entwicklung der Wissenschaften und der Welt stark beeinflusst haben und mit teilweise sehr witzigen Anekdoten wird beschrieben, wie sie auf eine Erkenntnis gestoßen sind oder wie sie eine Entdeckung gemacht haben. Bill Bryson vermittelt dem Leser in seinem sehr gut recherchierten Buch viel neues Wissen und fesselt ihn regelrecht mit seiner vor Spannung triefenden Sprache.

(von Susanne Domke)


Crilly, Tony:

50 Schlüsselideen Mathematik / Tony Crilly. – Heidelberg : Spektrum Akademischer Verlag, 2009. – 208 S. : zahlr. Ill.
ISBN 978-3-8274-2118-0

Rezension

Das Buch Mathematik aus der Reihe „50 Schlüsselideen“ gibt eine gute Übersicht über die wichtigsten Entdeckungen und Errungenschaften im Bereich Mathematik. Es hält auf jeweils knappen vier Seiten Entdecker und Idee fest und gibt Beispiele für Probleme und Anwendungen, die damit gelöst werden können. Diese Erklärungen fallen leider an einigen Stellen zu knapp aus und der interessierte Laie könnte darüber leicht stolpern.

Alles in allem jedoch ein prima Abriss der wichtigsten Ideen dieses Grundfaches.

(von Diana Grüger)


Devlin, Keith:

Das Mathe-Gen : oder wie sich das mathematische Denken entwickelt und warum Sie Zahlen ruhig vergessen können / Keith Devlin. Aus dem Engl. von  Dietmar Zimmer. - 5. Aufl. - München : Dt. Taschenbuch-Verl., 2006. - 372 S. : Ill., graph. Darst. (dtv ; 34008)
ISBN 978-3-423-34008-3

Rezension

In 'Das Mathe-Gen' geht es nicht um ein wirklich vorhandenes Gen im biologischen Sinn. Keith Devlin benutzt den Begriff, um seinen Lesern seine Theorie zu erklären, dass Mathematik eigentlich eine angeborene Fähigkeit ist und mit der Sprache gemeinsame biologische Wurzeln hat.

Im Buch beschreibt Devlin verschiedene Theorien zum Spracherwerb und warum wir überhaupt Sprache nutzen können. Von der Vergrößerung des Hirnvolumens als Voraussetzung bis hin zu der einfach erscheinenden Fähigkeit von Kleinkindern grammatisch korrekte Sätze zu bilden und Sprache überhaupt zu verstehen, handelt ein Teil des Buches. Aber wäre dies alles, wäre dieses Buch kein Plädoyer für die Mathematik sondern ein Buch für sprachwissenschaftlich interessierte Leser.

Devlin zählt weiter Ergebnisse von Experimenten und Tests auf, die zeigen, dass auch andere Tiere und Kleinkinder einen angeborenen Sinn für Mengen besitzen. Des Weiteren werden Abstraktionsvermögen, ein Sinn für die Mustererkennung und ein räumlicher Orientierungssinn für die Mathematik benötigt alles Fähigkeiten die der Mensch auch bei der Bildung von Sprache tagtäglich braucht. Devlin bringt seine Theorie auf anschauliche Weise seinen Lesern näher und erklärt auch noch, warum Mathematik eine Seifenoper ist.

(von Diana Grüger)


Enzensberger, Hans Magnus:

Enzensberger, Hans Magnus:
Fortuna und Kalkül : zwei mathematische Belustigungen / Hans Magnus Enzensberger. – 1. Auflage. – Frankfurt am Main : Suhrkamp, 2009. – 71 S. : Ill. (edition unseld ; 22)
ISBN 978-3-518-26022-7

Rezension

Zwei Aufsätze – zwei Themen, die seit Jahrhunderten beschäftigen:

Der erste Aufsatz bietet einen Abriss über die Wahrscheinlichkeitstheorie, darüber, dass die menschliche Intuition so häufig fehlerhaft ist und über die Tücken und Missbräuche einer Theorie, die durch das Glücksspiel belebt wurde und nun in der Finanzwelt kräftig mitmischt.

Der zweite Text behandelt die nicht unwichtige Frage: Ist Mathematik Entdeckung oder Erfindung? Oder anders: Existiert die Mathematik auch ohne den menschlichen Geist? Zwei Aufsätze gespickt mit vielen guten Beispielen, die das Aha-Erlebnis unterstützen, und geschrieben in einem faszinierenden, flüssigen Stil, der einem die Texte viel zu kurz vorkommen lässt.

(von Diana Grüger)


Enzensberger, Hans Magnus:

Enzensberger, Hans Magnus:
Im Irrgarten der Intelligenz : ein Idiotenführer / Hans Magnus Enzensberger. – 1. Auflage. – Frankfurt am Main : Suhrkamp, 2007. – 59 S.
(edition suhrkamp ; 2532)
ISBN 978-3-518-12532-8

Rezension

Eine Einführung in die Idiotie etwas zu testen, das man noch nicht einmal genau definieren kann: die Intelligenz. Ein Essay geschrieben in Enzensbergers klarem, flüssigem Stil, der nicht Antworten liefern möchte, sondern zum Nachdenken anregt über diese ach so wünschenswerte "Tugend der Moderne".

(von Diana Grüger)


Gallenbacher, Jens:

Abenteuer Informatik : IT zum Anfassen von Routenplaner bis Online-Banking / Jens Gallenbacher. 1. Aufl. - München : Elsevier, Spektrum Akad. Verl., 2007. - X, 294 S., [30 Bl.] : Ill
ISBN 978-3-8274-1635-3
ISBN 3-8274-1635-3

Rezension

Interessant. Amüsant. Zum Basteln.

Drei Eigenschaften, von denen man selten auch nur eine mit einem Informatikbuch assoziiert. Aber genau diese passen auf "Abenteuer Informatik".

Gallenbachers Buch richtet sich an all jene, die Informatik von weitem interessant finden, aber noch zögern sich mit dieser für Außenstehende kompliziert und schwer verständlich wirkenden Welt zu beschäftigen. In leicht verständlichen Beispielen zum Nachbasteln erfährt man, wie so ein Computer tickt und warum er eben nicht wie ein Mensch "denken" kann. Dabei schlägt Gallenbacher einen weiten Bogen von Routenplanern über Datenkomprimierung weiter zur Ordnung der Daten, dem Internet und wie das eigentlich funktioniert, hin zu den Sicherheitsmechanismen des Internets und der Lösung der Frage: "Wie viele Goldbarren passen eigentlich in eine begrenzt große Holzkiste?"

(von Diana Grüger)


Hoffmann, Dieter:

Max Planck : die Entstehung der modernen Physik / Dieter Hoffmann. - München : Beck, 2008. - 128 S. : Ill. (Becksche Reihe ; 2442)
ISBN 978-3-406-56242-6

Rezension

Max Planck: Theoretiker, Physiker, Familienmensch, gespaltener Mensch.

Auf 110 Seiten erhält man in aller Kürze Einblicke in das Leben und Wirken dieses außerordentlichen und fast schon zum Mythos verklärten Menschen, der eigentlich nur durch Zufall die Physik revolutionierte.

(von Diana Grüger)


Kehlmann, Daniel:

Die Vermessung der Welt / Daniel Kehlmann. - 24. Aufl. - Reinbek bei Hamburg : Rowohlt, 2006. - 301 S.
ISBN 3-498-03528-2

Rezension

Kehlmanns 2005 erschienener 5. Roman "Die Vermessung der Welt" ist eine gelungene Mischung aus populärwissenschaftlichem, historischem und Abenteuerroman. Kehlmann baut eine gewisse Spannung auf und man möchte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Er versteht es eine reale Begegnung zweier Personen fiktiv so zu verändern, dass sie immer noch lebendig und glaubwürdig ist.

Die beiden Hauptfiguren sind niemand anderes als die Geistesgrößen Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt. Beide treffen sich auf einem Kongress in Berlin und ein sehr humorvoller, fantasiereicher und dennoch faktengetränkter Rückblick in das Leben der Hauptfiguren des Romans beginnt. Es wird in abwechselnder Reihenfolge immer wieder ein Stück des Lebens der beiden Naturwissenschaftler beleuchtet, am Anfang und am Ende jedoch schwenkt die Handlung in die Gegenwart, in der beide leben.

Gauß und Humboldt können als Menschen nicht unterschiedlicher sein. Der eine durchlebt den schnöden Alltag mit all seinen Problemen, gibt sich aber auch den Freuden des Lebens hin. Nur die Heimat zu verlassen, kommt ihm nicht in den Sinn. Der anderer lebt so asketisch und keusch wie ein Mönch. Und Heimat kennt er nicht, nur eine unendliche Neugier und Sehnsucht nach der Ferne. Und dennoch haben beide, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise, ein und das selbe Ziel: Die Vermessung der Welt.

(von Susanne Domke)


Kreysa, Gerhard:

Fusionsfieber / Gerhard Kreysa. - 1. Aufl. - Weinheim [u.a.] : Wiley-VCH, 1998. - X, 181 S.
ISBN 3-527-29627-1

Rezension

Gerhard Kreysas 1998 erschienener 1. Roman "Fusionsfieber" ist ein populärwissenschaftliches Werk, welches von der angeblichen Entdeckung der Kalten Kernfusion handelt. Dabei handelt es sich um eine wahre Begebenheit aus dem Jahre 1989, in die der Autor selbst verwickelt gewesen ist. Es ist spannend und auch für Laien sehr interessant, auch wenn der eine oder andere unverständliche Begriff dabei war. Aber davon sollte man sich nicht irritieren lassen, da man in eine völlig fremde Welt entführt wird.

Im Buch beschreibt Kreysa die Ereignisse rund um diese bahnbrechende Entdeckung und wie der Elektrochemiker Stefan Trosa zusammen mit befreundeten Wissenschaftlern versucht, die Kalte Kernfusion zu reproduzieren. Nach und nach jedoch wird klar, dass die Fusion nur das Hirngespinst eines alternden Wissenschaftlers ist.

Kreysa möchte einem Laienpublikum das Denken und Handeln eines Wissenschaftlers näherbringen. Ebenso zeigt uns Kreysa, was einen Wissenschaftler zu Ruhm und Erfolg, vor allem aber nach einem Nobelpreis streben lässt.

(von Susanne Domke)


Stewart, Ian:

Warum (gerade) Mathematik? : eine Antwort in Briefen / Ian Stewart. Aus dem Engl. übers. von Harald Höfner und Brigitte Post. - 1. Aufl. - München : Elsevier, Spektrum Akad. Verl., 2007. - xiv, 209 S. : graph. Darst. (Spektrum-Akademischer-Verlag-Sachbuch)
ISBN 978-3-8274-1799-2

Rezension

Wer sich schon immer gefragt hat, warum gerade Mathematik so wichtig in unserer heutigen Zeit ist und warum man es eventuell studieren sollte, findet in Stewarts Buch vielleicht eine Antwort. In 21 Briefen beantwortet er Fragen der jungen, imaginären, Mathematik interessierten Meg und spannt einen Bogen vom ersten Interesse am Fach zur Festanstellung als Mathematikprofessor.

Er erklärt warum den Mathematikern die Fragen niemals ausgehen werden, wie man als Mathematiker denkt und le(h)r(n)t und warum Computer nicht alle Probleme lösen können. Außerdem erhält man Einblicke in die Arbeitsweisen eines Mathematikers, ihre Gemeinschaft und Zusammenarbeit und man merkt, dass es auch nur Menschen sind - sie machen nur eben mathematische Witze.

(von Diana Grüger)


02.08.2013, 13:33