

Hierarchische Matrizen
von Wolfgang Hackbusch
Teil III
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Hierarchische Matrizen
Zwei Ziele sind gleichzeitig zu erreichen: A ist durch
aus einer Menge
hinreichend genau zu approximieren (d.h.
) und gleichzeitig sollen Matrizen aus
die oben genannten Eigenschaften haben. Im allgemeinen kann für die genannte Klasse von Matrizen eine solche Menge konstruiert werden. Da aber insbesondere die Frage interessiert, wie eine Arithmetik mit fast linearer Komplexität möglich ist, wird hier eine Modellmenge
von
-Matrizen (hierarchischen Matrizen) vorgestellt, die allerdings zu einfach gebaut ist, um auch
zu gewährleisten.
Die Matrixdimension sei die Zweierpotenz
(
). Für p=0 stimmen die
-Matrizen mit den üblichen Zahlen überein und sollen per definitionem
-Matrizen sein. Die allgemeine Definition ist rekursiv. Eine
-Matrix A läßt sich in der Blockform
schreiben, wobei
vom Format
sind. Wir nennen A eine
-Matrix, falls
und
jeweils
-Matrizen sind und
als Rank-k-Matrizen (mit kleinem k) dargestellt sind. Im weiteren beschreiben wir den Fall k=1, in dem
und
Produkte von Spaltenvektoren a,c und Zeilenvektoren b,d der Länge
sind.
Die rekursive Konstruktion ist in den folgenden Darstellungen von
-Matrizen der Dimension n=1,2,4,8 abzulesen:
Beispielhaft für die Aufwandsbestimmung sei der notwendige Speicherplatz diskutiert. Sei N(p) die Zahl der Daten zu
Für p=0 gilt N(0)=1. Die rekursive Konstruktion führt auf die rekursive Gleichung
(für die zwei
-Matrizen der Stufe p-1 und die vier Vektoren der Länge
). Die Lösung der Rekursion
lautet
und zeigt die fast lineare Komplexität.
Ebenso ist der Aufwand der Matrix-Vektor-Multiplikation
Die Addition A+B ist approximativ möglich zum Aufwand
Die approximative Multiplikation
kostet ebenso wie die approximative Invertierung ![]()
Ausblick
Die Arithmetik der
-Matrizen erlaubt beispielsweise die automatische Berechnung von Vorkonditionierungsmatrizen und kann so zur Konstruktion schneller Iterationsverfahren dienen. Interessanter sind aber Anwendung, bei denen matrix-wertige Lösungen zu bestimmen sind. Hier eröffnet die
-Matrixtechnik neue Möglichkeiten. Beispiele für Aufgaben mit matrix-wertigen Lösungen sind a) die Berechnung der Exponentialfunktion
oder b) die Lösung der Silvester-Gleichung AX+XB=C (A,B,C gegeben, X gesucht).
Inhalt
- Teil 1
- Aktueller Forschungsschwerpunkt Wissenschaftliches Rechnen
- Großskalige Aufgaben
- Lineare Komplexität
- Teil 2
- Vollbesetzte Gleichungssysteme
- Approximation vollbesetzter Matrizen
- Teil 3
- Hierarchische Matrizen
- Ausblick
Kontakt
Prof. Dr. Wolfgang Hackbusch
Max-Planck Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften
Inselstrasse 22
04103 Leipzig
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