Veröffentlicht am 03.07.2018
Macaulay2 ist ein Softwaresystem, das von Forschenden in den Bereichen algebraische Geometrie und kommutative Algebra weit verbreitet genutzt wird.
Im vergangenen Monat veranstaltete unser Institut einen speziellen Macaulay2-Workshop, der von der ehemaligen MPI-MiS-Postdoktorandin Eliana Duarte Gelvez (jetzt an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) gemeinsam mit Heather Harrington (Universität Oxford) und Thomas Kahle (Magdeburg) organisiert wurde. Rund 60 Personen aus aller Welt nahmen an dem Programm teil, das ihnen die einmalige Gelegenheit bot, ihre Programmierkenntnisse durch den Austausch mit Expertinnen und Experten zu vertiefen.
Die Macaulay2-Workshops haben eine lange Tradition und wurden bereits an verschiedenen Orten rund um den Globus organisiert, vor allem in den USA. Eliana erklärt, wie sie auf die Idee kam, eine solche Veranstaltung am MPI MiS zu organisieren: “Ich habe im dritten Jahr meiner Promotion an einem dieser Workshops teilgenommen und es hat mir sehr gut gefallen. Das lag vor allem an dem besonderen Format dieser Workshops, das viele praktische Einheiten enthielt, in denen die Teilnehmenden an Projekten am Computer arbeiten können. Am Ende der Woche war ich überrascht, wie viele neue Fähigkeiten ich mir angeeignet hatte.”
Aus diesen Gründen schlug sie unserem Direktor Bernd Sturmfels vor, einen der Workshops dieser Reihe am MPI auszurichten. “Wir haben hier am Institut so viele Veranstaltungen, dass ich dachte, es sei an der Zeit, auch einen Macaulay2-Workshop auszurichten. Die Organisation haben wir gemeinsam mit Thomas Kahle von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg übernommen.”
Das Format des Workshops ist etwas ganz Besonderes und unterscheidet sich deutlich von den traditionellen mathematischen Forschungskonferenzen. Das Außergewöhnliche daran ist die Zeit, die für die Bearbeitung konkreter Probleme vorgesehen ist.
Der erste Tag begann mit Vorträgen junger Teilnehmender. Danach blieb genügend Zeit, um in kleinen Gruppen an Projekten zu arbeiten: “Wir hatten insgesamt dreizehn Projekte mit jeweils vier Teilnehmenden. Jedes Projekt hatte einen Mentor, in der Regel einen erfahrenden Forschenden, der für die Koordination der Arbeit im Team und die Betreuung der jüngeren oder weniger erfahrenen Teilnehmenden zuständig war.”
Das Workshop-Programm umfasste auch Q&A-Runden zu technischen Aspekten der Software, die den Teilnehmenden die Möglichkeit gab, schnelle Antworten auf Programmierprobleme und Fehler zu erhalten. Laut Eliana war dies einer der wichtigsten Aspekte des Workshops: “In unserer Community kommt es häufig vor, dass verschiedene Forschende denselben Code schreiben oder ein ähnliches Problem haben, das sie lösen möchten. Der kooperative Aspekt des Workshops hat wirklich den Unterschied ausgemacht. Beim Schreiben von Software muss man darauf achten, dass das Endprodukt benutzerfreundlich ist und dass der Code leicht zu lesen und zu bearbeiten ist. Durch den Austausch und die gemeinsame Arbeit wird sichergestellt, dass solche Aspekte berücksichtigt werden.”
Am letzten Tag berichteten die verschiedenen Arbeitsgruppen über die Fortschritte bei ihren Projekten.
Unter den Teilnehmenden des Workshops befand sich auch einer der Macaulay2-Entwickler: Dan Grayson. Im Laufe der Woche richtete er auf GitHub einen Online-Raum für die Projektzusammenarbeit im Rahmen des Workshops ein, in dem jedes Projekt einen eigenen Ordner hat. Die Dateien werden ständig aktualisiert und könnten irgendwann zur Veröffentlichung von Paketen führen.
Im Rückblick auf die Woche ist Eliana mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden: “Mehrere Teilnehmende kamen auf mich und die anderen Organisatoren zu und sagten, dass ihnen die entspannte Atmosphäre und der Ablauf des Workshops sehr gut gefallen hätte. Vor allem aber sagten sie uns, dass es eine sehr produktive Woche gewesen sei und sie viel lernen konnten. Genau das wollten wir erreichen!”
Events and workshops that deal with Macaulay2