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Luigi Ambrosio mit Wissenschaftspreis der Teubner-Stiftung geehrt

Veröffentlicht am 20. April 2026

Prof. Luigi Ambrosio und Prof. Bernd Kirchheim lächeln zusammen; Ambrosio hält die Teubner-Medaille, die auch auf der Tafel dahinter sichtbar ist.
Prof. Luigi Ambrosio (links) mit Prof. Bernd Kirchheim (rechts) nach Übergabe der Teubner-Medaille

Der Wissenschaftspreis zur Förderung der mathematischen Wissenschaften wurde in diesem Jahr an den italienischen Mathematiker Luigi Ambrosio verliehen. Die von der Stiftung Benedictus Gotthelf Teubner vergebene Auszeichnung würdigt seine herausragenden Beiträge sowie den bedeutenden Einfluss der von ihm aufgebauten Schule auf die Gebiete der Variationsrechnung, der geometrischen Maßtheorie und der Differentialgleichungen.

Im Rahmen der öffentlichen Preisverleihung würdigte Professor Bernd Kirchheim vom Mathematischen Institut der Universität Leipzig in seiner Laudatio Luigi Ambrosio als einen herausragenden Wissenschaftler, der es in den letzten Jahren erfolgreich geschafft hat, seine beeindruckende Forschungstätigkeit mit den Aufgaben als Direktor der Scuola Normale Superiore in Pisa zu verbinden.

Er hebt insbesondere hervor, dass der Preisträger auf sehr originelle Weise ein breites Spektrum von Ideen aus verschiedenen Fachgebieten miteinander kombiniert, wodurch es ihm gelingt, die mächtigen Methoden der modernen Analysis von euklidischen in sehr allgemeine metrische Strukturen zu übertragen. Auf diese Weise leistete er unter anderem fundamentale Beiträge zur Theorie des optimalen Transports, zur metrischen Version von Gradientenflüssen und deren Wechselwirkung - und zahlreiche weitere wertvolle Beiträge zu aktuellen Forschungsthemen. Seine Monographien zu den beiden Themen (mit Gigli, Savaré and Bruè, Semola) haben in diesen Gebieten einen wirklich bedeutsamen Einfluss auf die forschende Generation. 

Luigi Ambrosio studierte an der Universität Pisa und der Scuola Normale Superiore, an die er nach mehreren Professuren in der Nachfolge von Ennio de Giorgi zurückkehrte. Er war zudem langfristig Gastwissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology, an der ETH Zürich sowie am Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften in Leipzig. Er war und ist eine führende Persönlichkeit der italienischen Schule der Variationsrechnung und weist ein beeindruckendes internationales Renommee auf. Zu seinen Schülerinnen und Schülern zählen Fields-Medaillengewinner und Mitglieder des Institute for Advanced Study. 

Luigi Ambrosio wurde mit zahlreichen hochkarätigen Preisen ausgezeichnet, darunter der Fermat-Preis, der Riemann-Preis, der Balzan-Preis und der Nemmers-Preis. Zudem war er zweimal als Redner beim Internationalen Mathematikerkongress ICM eingeladen und hielt dort 2018 einen Plenarvortrag.

Der Teubner-Preis zur Förderung der mathematischen Wissenschaften wurde im Jahr 2014 auf Initiative des 2021 verstorbenen Stifters und Förderers der Teubner-Stiftung Jürgen Weiß ins Leben gerufen. Er wird seitdem in zweijährigem Turnus an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen. Der Preis knüpft an den „Alfred-Ackermann-Gedächtnispreis zur Förderung der Mathematischen Wissenschaften“ an, der von 1914 bis 1941 in Leipzig vergeben wurde und dessen erster Preisträger Felix Klein war.

Die Teubner-Stiftung wurde 2003 im Haus des Buches in Leipzig mit dem Zweck der Förderung von Wissenschaft und Forschung im Sinne Benedictus Gotthelf Teubners gegründet. Sie hält das Andenken an das Wirken des erfolgreichen sächsischen Verlagsbuchhändlers, Firmengründers, Buchdruckers, Typographen und Leipziger Stadtrates im öffentlichen Bewusstsein wach. 

Videointerview mit Luigi Ambrosio

Erfahren Sie mehr über den Preisträger! 

Anlässlich der Preisverleihung spricht Luigi Ambrosio mit Marco Inversi, Postdoc am Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften über seine wissenschaftliche Laufbahn, seine Denkweise, seine Interessen und die Rolle der Mathematik in der Gesellschaft. 

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Impressionen von der Preisverleihung und vom Felix-Klein-Kolloquium

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