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Pressemeldung 1/2005

'International Max Planck Research School' in Leipzig gegründet

Leipzig, 5.1.2005: Die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften und die Hochschulrektorenkonferenz haben einen Antrag aus Leipzig auf Einrichtung einer International Max Planck Research School für Mathematik in den Naturwissenschaften bewilligt. Die gemeinsame Initiative des Max-Planck-Instituts für Mathematik in den Naturwissenschaften und der Fakultäten für Mathematik und Physik der Universität Leipzig wird sich ab sofort der Ausbildung wissenschaftlicher Nachwuchskräfte widmen.

International Max Planck Research Schools (IMPRS) bieten besonders begabten deutschen und ausländischen Studenten die Möglichkeit, sich im Rahmen einer strukturierten Ausbildung und unter exzellenten Forschungsbedingungen auf ihre Promotion vorzubereiten. IMPRS sind Gemeinschaftsprojekte der Max-Planck-Institute und deutscher, zum Teil auch ausländischer, Universitäten und Forschungseinrichtungen.

Unter Leitung eines Professorenkollegiums des Max-Planck-Instituts für Mathematik in den Naturwissenschaften und der Fakultäten für Mathematik / Informatik und Physik hat die IMPRS mit Beginn dieses Jahres ihre aktive Arbeit aufgenommen. Finanzielle Unterstützung kommt maßgeblich von der Klaus-Tschira-Stiftung, die sich der Förderung von Forschungsvorhaben in den Bereichen Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften widmet.

Die Leipziger IMPRS mit dem Forschungsschwerpunkt „Mathematik in den Naturwissenschaften" schafft zunächst 12 Stellen für Doktoranden, deren wissenschaftliche Tätigkeit sowohl in der reinen als auch angewandten Mathematik zu finden ist. Durch die Zusammenarbeit der drei Partner ist das Feld der wissenschaftlichen Arbeit breit gefächert

Prof. Stephan Luckhaus, Koordinator der IMPRS, beschreibt dies näher: „Die IMPRS in Leipzig führt in die Anwendung der Mathematik in den Naturwissenschaften ein. Anwendung ist hier über eine reine Simulation hinaus die Strukturuntersuchung mathematischer Modelle. Das heißt, die mathematischen Resultate haben unmittelbaren Einfluss auf die Art naturwissenschaftlicher Modelle und Vorhersagen, und umgekehrt haben die naturwissenschaftlichen Probleme direkten Einfluss auf die mathematischen Fragestellungen.

Am engsten ist diese Verzahnung heute in der Gravitations- und Quantenphysik. Aber auch in den Life Sciences und den Materialwissenschaften gibt es eine starke Entwicklung in diese Richtung. Innerhalb der Mathematik sind eigentlich alle Gebiete beteiligt, von der Numerik über die Analysis, die Geometrie bis zur Stochastik und Algebra; und über die diskrete Mathematik auch die Informatik. Auf der Seite der Physik ist praktisch die gesamte theoretische Physik beteiligt."

Ziel ist es, durch ein erstklassiges, interdisziplinäres Ausbildungsangebot, wissenschaftliche Schwerpunktbildung, thematische Verzahnung der einzelnen Promotionen und eine enge Zusammenarbeit von Doktoranden und ihren Betreuern einen wissenschaftlichen Mehrwert zu erzeugen. 7 der 12 Doktoranden sind bereits angereist und freuen sich auf ihre Arbeit hier in Leipzig.

Ein Schwerpunkt liegt auf der internationalen Zusammenarbeit: Die Research Schools wollen insbesondere ausländische Bewerberinnen und Bewerber für eine Promotion in Deutschland gewinnen und sie mit unseren Forschungseinrichtungen vertraut machen, um so ihr Interesse für eine spätere Tätigkeit in Deutschland oder in Kooperation mit deutschen Forschungsinstituten zu wecken. Ein Großteil der Studentinnen und Studenten soll daher aus dem Ausland kommen.

Mit der Einrichtung in Leipzig wurden bereits 30 International Max Planck Research Schools initiiert. Die Partner finanzieren diese teilweise unter Einwerbung von Drittmitteln. Eine wissenschaftliche Kommission der Max-Planck-Gesellschaft und der Hochschulrektorenkonferenz hat alle Vorhaben geprüft. Die Research Schools sind zunächst für eine Dauer von sechs Jahren eingerichtet; nach vier Jahren werden sie evaluiert. Auf Basis der Empfehlungen der Kommission ist eine Verlängerung um sechs Jahre möglich. Weitere International Max Planck Research Schools sind in den nächsten Jahren geplant - ein Beitrag, Nachwuchstalente vermehrt zu fördern und den Forschungsstandort Deutschland zu stärken.

09.03.2017, 15:47