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Pressemeldung 2/2005

Gemeinsames Institut mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften

Leipzig, 18.3.2005: Die Max-Planck-Gesellschaft verstärkt ihr wissenschaftliches und institutionelles Engagement in China: Gemeinsam haben die Chinesische Akademie der Wissenschaften (CAS) und die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) jetzt die Gründung eines Partnerinstituts auf dem Gebiet der theoretischen Biologie (Computational Biology) in Shanghai beschlossen, das viele Eigenschaften eines Max-Planck-Instituts aufweisen wird. Zum Gründungsdirektor hat der Senat der Max-Planck-Gesellschaft bei seiner Sitzung am 18. März 2005 in Köln Prof. Andreas Dress, Leipzig, berufen. Gleichzeitig erfolgte die Berufung von Prof. Dress zum Auswärtigen Wissenschaftlichen Mitglied des Max-Planck-Instituts für Mathematik in den Naturwissenschaften, Leipzig.

"Dieses erste Partnerinstitut stellt unsere langjährige wissenschaftliche Zusammenarbeit mit China auf eine neue Qualitätsstufe", betont Prof. Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft in München. "Damit können wir unsere Forschungsaktivitäten auf dem aktuellen Gebiet der theoretischen Biologie in einem dynamischen Umfeld stärken." Zusätzlich erhält die Max-Planck-Gesellschaft mit dem Partnerinstitut neue Möglichkeiten, ihre eigenen Forschungsfelder auf internationaler Ebene inhaltlich-thematisch zu ergänzen.

Das jetzt gegründete chinesisch-deutsche Partnerinstitut entsteht auf dem Campus des Shanghai Institutes for Biological Sciences, einem multi- und interdisziplinär ausgerichteten Forschungszentrum der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. Voraussichtlich drei Abteilungen und mehrere selbständige Nachwuchsgruppen soll das offiziell genannte "CAS-MPG Partner Institute on Computational Biology" erhalten. Es gehört rechtlich und administrativ zur Chinesischen Akademie der Wissenschaften und wird in die Shanghai Institutes for Biological Sciences integriert. Den Aufbau des Partnerinstituts fördert das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung mit zunächst auf fünf Jahre begrenzten Projektmitteln in Höhe von 2,5 Millionen Euro, die Chinesische Akademie der Wissenschaften stellt umgerechnet weitere 5 Millionen Euro bereit.

Im Gründungsvertrag haben beide Forschungsorganisationen vereinbart, dem neuen Institut wesentliche strukturelle Merkmale eines Max-Planck-Instituts zu geben und die in der Max-Planck-Gesellschaft üblichen Verfahren anzuwenden, um beispielsweise das wissenschaftliche Konzept zu formulieren, die Leitungspersönlichkeiten nach internationalen Ausschreibungen auszuwählen und die wissenschaftliche Arbeit des Instituts regelmäß durch einen international besetzten Fachbeirat zu begutachten. Weitere Elemente als Voraussetzungen für exzellente Grundlagenforschung sind die wissenschaftliche Autonomie und die kollegiale Leitung des chinesisch-deutschen Partnerinstituts.

Computational Biology, die rechnergestützte theoretische Biologie, das Forschungsfeld des chinesisch-deutschen Partnerinstituts, hat sich zu einem neuen, bedeutenden Gebiet für die Lebenswissenschaften entwickelt. Besonders bei der Molekularbiologie spielen mathematische Verfahren eine zunehmend wichtige Rolle. Ohne Bioinformatik gäbe es keine Genomsequenzierung oder mit DNA-Chip-Technologie arbeitende moderne diagnostische Methoden. Die theoretische und mathematische Biologie versucht, mit formalen Methoden Modelle von biologischen Prozessen zu entwickeln, um die Zustände von Zellen und die Beziehungen der einzelnen Biomoleküle untereinander zu verstehen und daraus bahnbrechend neue Erkenntnisse für die Biomedizin zu erhalten.

09.03.2017, 15:24